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Die kleine Automarke aus Dülmen in Westfalen produzierte seit 1993 eine Kleinserie von exklusiven Autos. Zuletzt entstanden jährlich etwa 150 Wagen, die in Handarbeit gefertigt wurden, insgesamt (bis Sommer 2013) ca. 1.650 Stück. Alle Wiesmänner wurden mit Motoren von BMW bestückt. Karosserie und Fahrwerk waren jedoch Eigenentwicklungen.
Die Wiesmann Brüder Friedhelm und Martin begannen im Jahr 1986 im Keller der Wohnung eines der Brüder einen eigenen Wagen zu bauen. Dieser Wiesmann #001 wurde 1987 fertiggestellt. Er besaß den 2.316 ccm großen BMW M20 B23 Motor, der bis 1985 in den BMW 323i eingebaut wurde, und im Wiesmann 149 PS leistete. Der Wagen hatte noch nicht den charakteristischen Wiesmann Kühlergrill, sondern erinnert von vorne eher an einen Fiat 124 und blieb ein Einzelstück.
Der erste in Serie produzierte Wiesmann Typ war in den Jahren von 1993 bis 1995 (nach anderen Angaben 1994 bis 1997) der Wiesmann MF25: Ein Cabrio (bei Wiesmann Roadster genannt), das von einem 2.494 ccm großen 3er BMW Motor der Baureihe E30 angetrieben wurde. Dieser 6 Zylinder Motor leistete 170 PS und beschleunigte den MF25 bis auf 225 km/h. Der Listenpreis begann bei 99.500 DM. Das Photo unten zeigt den ersten Serienwagen, den Wiesmann #002, der 1993 gebaut und 1994 zum ersten Mal zugelassen wurde. In den ersten beiden Produktionsjahren wurden jeweils nur 4 Wiesmänner hergestellt.
Eine Variante des MF25 war der Wiesmann MF25-4, der nur einmal gebaut wurde und Ende 2012 für kurze Zeit auf dem Gebrauchtwagenmarkt war. Er trägt die Produktionsnummer #006.
Zur gleichen Zeit (von 1993 bis 1994) wurde auch der Wiesmann MF35 gebaut. In die gleiche Karosserie wie die des MF25 wurde der 211 PS starke und 3.430 ccm große Reihensechszylindermotor des 7er BMW der Baureihe E32 eingebaut. Dieser Wiesmann erreichte 230 km/h und kostete seinerzeit als Neuwagen ab 109.800 DM.
1995 wurde der BMW 325 E30 Motor durch den BMW 328 E36 Motor ersetzt und somit der Wiesmann MF25 durch den Wiesmann MF28. Der Reihensechszylinder-Motor leistete nunmehr bei einem Hubraum von 2.793 ccm 193 PS und trieb den MF28 bis auf 228 km/h. Gleichfalls stieg der Einstiegspreis für diesen Typ bis auf 124.900 DM. Insgesamt wurden vom MF28 47 Exemplare gebaut.
Der MF35 wurde bereits 1995 durch den MF3 - 3.0 ersetzt. Dieser verfügte über den 2.990 ccm großen 6 Zylinder-Motor des BMW M3 der Baureihe E36 mit 286 PS, der für eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h sorgte. Dieser 149.500 DM teure Wagen wurde bis 1996 gebaut.
Im gleichen Jahr, also 1996, wurde der MF3 - 3.0 durch den MF3 - 3.2 ersetzt. Der BMW Motor der Baureihe E36, der gleichzeitig auch in den M3 eingebaut wurde, war nun 3.201 ccm groß und leistete bereits 321 PS. Er trieb den Wiesmann bis auf 260 km/h. Im Jahre 1999 begann der Listenpreis bei 164.500 DM, im Jahre 2000 bei 180.000 DM.
Im Jahre 2000 löste der Wiesmann MF30 den Wiesmann MF28 ab. Er erhielt nun einen 2.979 ccm großen Reihen-6-Zylinder BMW Motor der Baureihe E46 aus dem BMW 330 mit 231 PS, was dem Wiesmann MF30 eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h erlaubte. 2006 kostete der MF30 ab 91.000 € Der letzte gebaute MF30 wurde im Mai 2007 zugelassen. Damit endete die MF25 - MF28 - MF30 Baureihe der "kleinen" Wiesmänner.
Während dieser Zeit wurde der MF3 weitergebaut und erhielt 2003 (?) einen größeren Motor. Der nunmehr eingebaute 6 Zylinder BMW Motor der Baureihe E46 aus dem BMW M3 hatte 343 PS, die er aus einem Hubraum von 3.246 ccm holte und den Wiesmann MF3 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h. brachte. Die Einstiegspreise stiegen von 88.900 € (2003) über 96.000 € (2006) auf 102.900 € (2009). 2012 wurde der letzte MF3 gebaut. Hiermit endet auch die Baureihe, die mit dem MF35 begann. Insgesamt wurden 910 Wiesmann MF3 gebaut.
Im Jahr 2008 wurde zum 20jährigen Bestehen der Firma Wiesmann eine 30 Fahrzeuge umfassende "20th Anniversary Edition" aufgelegt. Der M3 Motor der Baureihe E46 leistete hier sogar 360 PS. Diese Sonderedition kostete neu 135.000 €, wie die Autozeitung berichtet.
Für die Baureihe des MF4 gibt es zum ersten Mal ein Coupé (GT in der Wiesmann-Sprache). Ab 2003 (nach anderen Angaben ab 2005) wird hier ein BMW V8 Motor eingebaut. Dieser schöpft aus einem Hubraum von 4.799 ccm 367 PS und bringt den Wiesmann MF4 mit 290 km/h erstmals nahe an die 300 km/h Grenze. Ab 2009 wird der MF4 auch als Cabrio (Roadster) gefertigt.
Ende 2010 kam es zu einem Motorwechsel beim MF4. Seitdem wird ein 4.395 ccm großer Twin-Turbo V8 BMW Motor verwendet. Er leistet sogar 407 PS und bringt den MF4 auf 291 km/h. 2011 wurde der MF4 als Cabrio oder Coupé für einen Preis ab 129.900 € angeboten.
Seit 2009 wird auch noch ein zweiter V8 Motor in das MF4 Chassis eingebaut. Dieser MF4 wird nunmehr MF4-S genannt. Der Motor ist ein 3.999 ccm großer V8 mit 420 PS, der den MF4-S auf eine Höchstgeschwindigkeit von 293 km/h antreibt. 2009 wurde der MF4-S ab 140.000 € angeboten.
Seit 2007 (anderen Angaben zufolge 2008) gibt es den Wiesmann MF5, zunächst wieder als GT (d.h. als Coupé) und seit 2009 als Roadster (d.h. Cabrio). Eingebaut wurde hier zunächst ein 4.999 ccm großer V10 BMW Motor mit 507 PS. Der Wiesmann MF5 ist der erste Wiesmann, der die 300 km/h Marke überschritt. Er erreichte 310 km/h als Höchstgeschwindigkeit. 2008 begann der Preis des MF5 bei 179.800 €.
Mitte 2010 erfolgte wie beim MF4 ein Motorwechsel auf einen V8 Twin Turbo BMW Motor. Der aktuell verwendete BMW Motor hat 4.395 ccm Hubraum und leistet 555 PS. Er treibt den aktuellen MF5 sogar auf 311 km/h. Der Preis des MF5 begann 2011 bei 183.900 €.
Der 18 Jahre lang gefertigte Wiesmann MF3 wurde 2012 zum letzten Mal produziert. Dazu gab es eine Sonderedition von 18 farblich individuell gestalteten und individuell benannten Wagen, genannt "Final edition". Der Grund war, dass der für den MF3 zuletzt verwendete BMW Motor der Baureihe E46 bereits seit 2009 nicht mehr hergestellt wurde. Wiesmann konnte noch einige Motoren aus der letzten Produktionsreihe aufkaufen, die dann bis 2012 verbaut wurden.
Zuletzt wurden ausschließlich die Typen MF4 und MF5 produziert. Es gab dazu jeweils eine Cabrio- bzw. Roadsterversion und eine Coupéversion, genannt GT.
Im Juli 2013 gab es einen längeren Bericht über Wiesmann bei n-tv.
Im August 2013 erklärte sich die Firma Wiesmann für zahlungsunfähig und meldete Insolvenz an. Die Produktion musste ruhen, da die Lieferanten nicht mehr bezahlt werden konnten. Gleichzeitig wurde die Suche nach einem Investor geführt, die scheinbar zu einem zwischenzeitlichen Erfolg geführt hatte, da Wiesmann am sich 29.11.2013 wieder für zahlungsfähig erklärte und die Einstellung des Insolvenzverfahrens beantragte.
Die weiteren Verhandlungen mit den Gläubigern zeigten jedoch, dass es keine Hilfe für Wiesmann mehr geben würde Seit dem 21.1.2014 steht aber nun der endgültige Bankrott der Firma Wiesmann fest.
Das Manager Magazin berichtete im März 2014 über die genaueren Umstände der Insolvenz bei Wiesmann und dann nochmal ausführlicher in der Manager Magazin Ausgabe vom Mai 2014.
Letzte Aktualisierung: 2018-09-12